Wenn es zum Brexit kommt, dann aber anständig!

Wenn man an die Gurkenkrümmung denkt, sich die kuriosen Auftritte des dauerilluminierten EU-Kommissionspräsidenten vergegenwärtigt oder an die großen Probleme unseres Kontinents denkt kann man ja schon nachvollziehen, dass den Briten die EU „nicht schmeckt“. Aber woher der Hass der britischen Führung auf dieses Friedensprojekt herrührt, bleibt mir schleierhaft. Gerade die Briten haben sich die letzten Jahrzehnte als „Rosinenpicker“ betätigt und beginnend beim Britenrabatt bis zur Beibehaltung des Pfunds relativ gut mit und durch die EU gelebt. Jetzt knallen also in London die Sektkorken, weil man heldenhaft einen Austrittsbrief geschrieben hat. Zentrale Aussage: „wir machen unsere Gesetze wieder selbst“. Abgesehen davon, dass das Vereinigte Königreich schon bisher seine Gesetze selbst beschloss und über seine EU-Abgeordneten an der europäischen Gesetzgebung mitwirkte, ist auch dieser „Austritt“ heuchlerisch. Denn gleichzeitig betont die britische Premierministerin, dass man ein Freihandelsabkommen mit der EU umgehend schließen wolle und auch die Personenfreizügigkeit der Union weiterhin in Anspruch nehmen will. Und schon wieder kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier zwar ein Austritt formuliert wird, aber andererseits alle Vorzüge der EU weiterhin beibehalten werden sollen. Wenn es zum Austritt der Briten kommt, dann bitte aber anständig! Dann sollen die von mir so geschätzten Inselbewohner auch für einige Jahre spüren, dass die EU zwar nicht das „Gelbe vom Ei“ ist, aber doch der vernünftigste Weg eines friedlichen Zusammenlebens in Europa ist.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *