Rede von Gerald Grosz zum 7. Todestag von LH Dr. Jörg Haider im Bärental

Hochwürdiger Monsigniore Longin,
liebe Claudia Haider
sehr geehrte Damen und Herren!

Wenn wir uns heute hier zum wiederholten Male im Bärental treffen, so gedenken wir nicht nur auf Einladung von Claudia Haider unseren heimgegangenen Verwandten und Freunden sondern in besonderer Weise Landeshauptmann Jörg Haider, der in der Nacht von 10. auf den 11. Oktober 2008 uns allen entrissen wurde. In freundschaftlicher und aufrichtiger Verbundenheit zu Jörg und seiner Familie versammeln wir uns hier in der Kirche St. Michael um uns gemeinsam in der Todesnacht das vielfältige Leben Jörgs, die Erinnerungen daran, die einzelnen Begegnungen mit ihm, zu vergegenwärtigen. Wir tun dies aus einer tiefen Freundschaft und Dankbarkeit heraus, die mit dem Tod kein Ende gefunden hat.

Wir tun dies aber auch, um genau an jenem Ort, an dem Jörg seine letzte Ruhe gefunden hat, ein klares Bekenntnis für ihn und die Wahrheit abzulegen.

Das Evangelium nach Johannes abgewandelt: „…Lasst uns nicht lieben mit schönen Worten noch mit der schmeichelnden Zunge, sondern mit der Tat und vor allem mit der Wahrheit.“

Schon allein weil wir vorgeben, ihm verpflichtet zu sein, ist es unser Auftrag uns gegen Jene zur Wehr zu setzen, die auch Jahre nach dem Tod von Jörg nichts unversucht lassen, ihn und seine Familie zu schädigen, zu diskreditieren und zu verleumden. Und nicht viel besser sind jene, die glauben, um einige Silberlinge, ein Geschäft mit ihm machen zu können. Und die größten Heuchler unter ihnen sind jene, die heute noch immer vorgeben, seinem Weg zu folgen, aber ihn verraten und seine Ideen und Überzeugungen verkauft haben, bevor der Hahn noch drei Mal krähen konnte. Jene, die seinen Namen in den Mund nehmen aber sein Wesen, seine Unabhängigkeit, seine Vielschichtigkeit, seine Intelligenz, Demut, Menschlichkeit und Weitsicht nicht verstanden haben.

Monsigniore Longin könnte nun zu Recht einwenden, dass es doch harsche und unversöhnliche Worte für einen Kirchenraum sind, die ich heute auf Einladung von Claudia Haider gefunden habe. Doch: Es gibt keine aufrichtige Liebe ohne Wahrheit, Liebe ohne Wahrheit ist Heuchelei! Außerdem haben solche Worte seit Abraham a Sancta Clara durchaus eine gewisse katholische Tradition im Kirchenraum.

Es ist einfach der Zeitpunkt gekommen auch von diesem Orte aus klare Worte zu finden. Das Gebet ist wichtig, jede Kerze bringt Licht in die Dunkelheit dieser Nacht, doch ist es auch notwendig, sich gegen jene zur Wehr zu setzen, die einem Toten die Ruhe nicht geben wollen. „Ehre die Toten und respektiere die Lebenden“ soll daher auch der Ruf sein, den wir aus dem Bärental hinaus formulieren.

All jene, die seit Jahren mit falschen Schuldzuweisungen ihr Auslangen finden, sollen immer wissen, dass es einen Kreis von aufrichtigen Menschen gibt, die für die Wahrheit Zeugnis ablegen können!

Im Evangelium nach Lukas Kapitel 16, Vers 15 steht geschrieben: „Und er sprach zu ihnen: Ihr seid, die ihr euch selbst rechtfertigt vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen; denn was hoch ist bei den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott.“

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es jährt sich heute der Todestag unseres Jörg Haider, dem wir über das Grab hinaus in unverbrüchlicher Treue und Freundschaft verbunden sind. Das Schicksal wollte es, dass der Kärntner Landeshauptmann in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum Kärntner Landesfeiertag heimgegangen ist.

Und das Schicksal will es, dass auch heute die Mehrheit der Kärntnerinnen und Kärntner ihm ein ehrliches und ehrendes Andenken bewahren. Auch das wollen wir heute tun!

Danke!

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