Bauernbund versus Gabalier oder wenn der Bucklate den Hatscherten schimpft

Zugegeben, der Werbevertrag von Andreas Gabalier mit einem deutschen Industriemilchproduzenten ist ungefähr genauso sensibel, wie wenn ich zu meiner aktiven Zeit als Politiker einen Werbevertrag mit dem Produzenten des Hartberger Bauernquargel gehabt hätte. Doch bei aller sommerlochbedingten Kritik an diesem Vertrag und der darauf folgenden Diskussion muss man sich doch die Frage stellen, aus welchem Eck diese Kritik kommt. Dass sich gerade der Bauernbund nun zu den Rettern der österreichischen Kleinbauern hochstilisiert, entbehrt nicht einer gewissen Heuchelei. Denn sind es nicht führende Bauernbundfunktionäre, die von einem Freihandelsabkommen mit den USA profitieren würden und diese Diskussion deswegen auch vorantreiben? Sind es nicht führende Bauernbundfunktionäre, welche an den Schalthebeln des Raiffeisenkonzernes sitzen, und mit Tod und Teufel Geschäfte machen? Warum findet man in den von Raiffeisen und Bauernbund besetzten Lagerhäusern keine österreichischen Traktoren mehr sondern nur US-Produkte wie John Deere Traktoren? War es denn nicht die Bauernbundpolitik der letzten Jahrzehnte, die unsere heimischen Milchbauern in den Ruin getrieben und somit den Platz für Industriekonzerne wie Müller Milch gemacht haben? Insofern ergänzt sich die Geschäftstüchtigkeit von Gabalier und dem Bauernbund hervorragend, eine Symbiose, wie man sie nur selten sieht. Dass sich beide aber nun gegenseitig kritisieren lässt sich in einem Satz zusammenfassen: der Bucklate, der den Hatscherten schimpft!

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