Der jenseitige Vergleich der aktuellen Flüchtlingspolitik mit der NS-Zeit

Tatsachenwidrig, jenseitig, ja eigentlich zutiefst menschenverachtend sind jene Vergleiche der sogenannten GutmenschInnen – also jener die frei nach Kurt Tucholsky das Gegenteil von gut meinen – die den europäischen Asyltourismus mit der Flucht von hunderttausenden, wahrscheinlich Millionen unschuldigen Menschen vor den Schrecken des NS-Regimes und des II. Weltkriegs vergleichen. Und ja, allein dieser Vergleich ist eine eklantante Verharmlosung der Schrecken dieser Zeit, die unbescholtene Mitbürger dazu veranlasst hat, sich vor der industriellen Massenvernichtung, vor dem Terror eines Weltkriegs zu retten.
Aber wenn man diesen degutanten Vergleich schon ziehen will, dann kann man mit Blick auf die blutige Historie eines recht rasch feststellen: Die damaligen Opfer sind um ihr nacktes Leben gelaufen. Das erstbeste Land, welches nicht von der Naziherrschaft betroffen war, wurde ihnen zur Übergangsheimat. Und als der Krieg 1945 ein Ende fand, sind sie größtenteils nach Hause zurückgekehrt, haben Frieden mit den Verfolgern geschlossen, ihre Heimat aus den Trümmern der grenzenlosen Verblendung mit aufgebaut, haben unsere Länder zu dem gemacht, was sie heute sind.
Die Flucht von damals, die auf unmittelbarer Verfolgung basierte, mit dem All-Inclusive-Service dieses europäischen Reisebüros, auch Asylmanagement genannt, zu vergleichen, ist eine Missachtung der großen Opfer, die damals von den Flüchtenden erbracht wurden, eine unfassbare Respektlosigkeit gegenüber jenen, deren dramatisches Schicksal unvergleichlich ist.

Teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.