Die Anarcho-Szene probt bereits den Aufstand gegen die neue Bundesregierung!

Wir leben in einem verrückten Land, in einer verrückten Zeit. Die neue österreichische Bundesregierung hat sich noch nicht einmal gebildet, von einem Regierungsprogramm sind wir Wochen entfernt, die neuen Regierungsmitglieder stehen noch nicht einmal fest.

Dennoch fühlen sich Vereine, Parteien, KünstlerInnen, Organisationen, Religionsgemeinschaften und sogenannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dazu bemüßigt, bereits ihre eindringlichen Warnbotschaften, Drohungen und allfälligen Erpressungsversuche abzusetzen. Auch Demonstrationen werden heldenhaft angekündigt. Das gute alte Regiebuch von 2000 wird wieder zur Hand genommen, die linke gewaltbereite Anarcho-Szene als nützlicher Idiot der Wahlverlierer generalalarmiert. Selbst der sozialdemokratische PensionistInnenverband lädt die Batterien seiner Rollatoren zum letzten großen Gefecht. Die abgehalfterten Restbestände der GrünInnen warnen bereits jetzt vor Demokratieabbau, doch sind sie bislang die Einzigen, die durch die Wähler selbst ersatzlos gestrichen wurden. Der Verband Sozialistischer StudentInnen – also die zu roten Spatzerln verkommenen Nachfolger der roten Falken – träumen davon, der Bundesregierung – ich zitiere – „die Hölle heiß“ zu machen. Dabei fehlt ihnen ja jetzt schon die Luft für ihre Drillerpfeiffchen. Die putzigen Mäderln und Buberln – mit ihren herzigen schwarzen Hauben vermummt – werden ihren Elternhäusern, dem AMS oder der Mindestsicherung entrissen und dürfen in Wien ein paar Autos anzünden und Auslagen einschlagen. Bereits jetzt probt der Bundeskanzler-Christian-Kern-Gedächtnischor unter Anleitung von Ostbahnkurti den Schlachtruf: „Widerstand, Widerstand, Kurz und Strache an die Wand“. Auch ein Lichtermeer wird organisiert, doch dürfte diesmal die Anzahl der Armleuchter kaum den Radius einer Suppenschüssel überschreiten. An jedem Hauseck wird ein Deutschnationaler vermutet, im 7. Wiener Gemeindebezirk montieren die ersten Lokale wieder ihre Verbotsschilder gegen schwarz/blaue Kundschaft. Der Gewerkschaftsbund und die Arbeiterkammer ergötzen sich in feuchten Träumen über eine Pensionsreform, da sie dann nach 17 Jahren endlich wieder eine Lebensberechtigung erfahren.

Und so ist jeder glücklich. Nur die österreichische Bevölkerung sitzt staunend vor den Fernsehgeräten und wünscht sich Sigmund Freud herbei.

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