Die Heuchelei der Sozialisten am Beispiel des „kleinen Mannes“

Ein weiteres Indiz dafür, dass Sozialdemokraten – im Volksmund auch Slim-Fit-Sozis genannt – den Arbeiter, den sprichwörtlich kleinen Mann immer erst dann entdecken, wenn sie sich mit ihren Krallen gerade einmal nicht an Regierungsposten festklammern, ist die derzeitige Kritik von Kern, Gewerkschaften und Arbeiterkämmerern an der neuen Arbeitsplatzflexibilisierung in Österreich. Und daher erzähle ich heute vom Märchen des Plan A: Es war einmal ein sozialdemokratischer Bundeskanzler, die wenigsten können sich angesichts seiner Kurz-Zeit-Kanzlerschaft noch an ihn erinnern. Sein Name ist daher kaum mehr geläufig. Und er sang das Lied von der Arbeitsplatzflexibilisierung. In seiner grenzenlosen Selbstüberschätzung ersetzte er das mindere Werk von Karl Marx „Das Kapital“ durch sein Dixi-Heftl mit dem großartigen Namen „Plan A“. Und darin steht auf Seite 34 unter dem Titel: „Flexibel arbeiten? Für alle, ja!“ Folgendes: „Bei Gleitzeit sollen zwölf Stunden tägliche Arbeitszeit möglich werden.“ So weit, so gut.
Und damit sind wir beim komplexen Thema der „Glaubwürdigkeit“. Wie glaubwürdig ist ein Politiker, wenn er als Regierungschef sämtliche Maßnahmen zum Abschluss von CETA trifft und diese nun in der Oppositionsrolle kritisiert? Wie glaubwürdig ist ein Politiker, wenn er sich als einfacher Nationalratsabgeordneter die Differenz zum doppelt so hohen Kanzlergehalt durch seine Partei aufbessern lässt und gleichzeitig Mindestpensionisten vertreten will? Wie glaubwürdig ist ein Politiker, der als ÖBB-Chef die größte staatliche Schlepperorganisation geführt hat und heute gegen Migrationsströme auftritt?
Und diese Glaubwürdigkeit erlangt man nur, wenn Anhänger einem Glauben schenken. Nur sind selbst die sozialistischen Funktionäre, denen man historisch nachsagte ihr Hirn beim Portier der Löwelstraße abgegeben zu haben, nicht mehr so dumm, das Märchen aus der sozialistischen Rumpelkammer Lenins noch länger zu glauben.

Teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.