Die Türkei war nie ein europäisches Land

Bundeskanzler Christian Kern tut es, Österreichs Außenminister Sebastian Kurz tut es auch. Beide haben unter dem Eindruck der jüngsten Entwicklungen in der Türkei einen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit dem Land am Bosporus gefordert. Die erste entscheidende Frage ist aber: Warum erst jetzt? Die Haltung des vormaligen türkischen Ministerpräsidenten und nunmehrigen Führer des Halbmondreiches Erdogan ist seit Jahrzehnten hinlänglich bekannt. Ich darf zwei ausgewählte Zitate in Erinnerung rufen:

„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

„Eroberung heißt Mekka. Eroberung heißt Sultan Saladin, heißt, in Jerusalem wieder die Fahne des Islams wehen zu lassen.“

Und daher fußt das überraschende Entsetzen der österreichischen Regierungsspitzen entweder auf krasser Dummheit, zum Himmel stinkender Scheinheiligkeit oder unverantwortlicher Vergesslichkeit.

Dem Bundeskanzler und dem Außenminister sei ein Zitat des großen Griechen Platon ins Stammbuch für ihre künftige Außenpolitik geschrieben: „Tyrannische Menschen bleiben der wahren Freiheit oder Freundschaft immer unkundig“.

Und die zweite entscheidende Frage ist: warum hat man mit dieser Türkei – welche sich mittlerweile Lichtjahre von den Errungenschaften des großen türkischen Staatsgründers Atatürk wegbewegt hat – überhaupt Beitrittsverhandlungen begonnen?

Ohne dieser Nation so stolzer Menschen näher treten zu wollen steht es außer Zweifel, dass dieses Land niemals ein europäisches Land war und schon gar nicht werden wird. Weder geografisch, ökonomisch, noch historisch und am wenigstens kulturell gibt es europäische Verbindungsfäden mit der Türkei. Das hätten unsere Staatenlenker schon lange zur Kenntnis nehmen müssen, dann wären uns unliebsame Überraschungen erspart geblieben.

 

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