Eine Liebeserklärung an die Provence

Wer kennt sie nicht, die unzähligen Filme in und über die Provence. Der Film „Ein gutes Jahr“ mit Russell Crowe dient ebenso recht gut zur Einführung wie Jean Renos „Ein Sommer in der Provence“. Natürlich bedienen diese Filme das vorherrschende Klischee, doch die wahre Provence ist die Realität aller romantischen Träume über diese wunderbare Landschaft. Ich möchte Euch heute „meine Provence“ näher bringen, es ist das Gebiet des Nationalparks Luberon. Die beste Reisezeit ist sicherlich das späte Frühjahr zwischen Mai und Juni aber auch der klassische „Altweibersommer“ zwischen September und Oktober.
Unser Ausgangspunkt ist immer ein wirklich schönes provenzalisches Landhaus inmitten des Luberon, welches wir von einer lieben Grazerin sehr günstig anmieten. Nähere Infos auf https://www.fewo-direkt.de/Frankreich/Cote-dAzur-Provence/urlaub-ferienhaus-Apt–Umland/p23944.htm
Von dort aus starten wir unsere Entdeckungsreisen in Orte, die ich Euch näher vorstellen will:
Gordes ist wahrlich einer der schönsten Dörfer Frankreichs, bizarr liegt es auf einem schroffen Felsen. Der Rundblick von diesem Ort über die historische Provence ist einzigartig. Sehenswert ist die relativ kleine Altstadt mit dem Schloss aus dem 11. Jahrhundert und dem Platz davor.
Der Dorfbrunnen und das daneben liegende Restaurant Renaissance kennen Cineasten aus dem Film „Ein gutes Jahr“. Kulinarischer Höhepunkt ist das Restaurant von Pierre Gagnaire, er gehört mittlerweile zu einem der besten Köche Frankreichs und teilt sich den Olymp französischer Kulinarik mit Paul Bocuse und Alain Ducasse. Gagnaire‘s Lokal „Peir“ findet Ihr unter http://bastide-de-gordes.com/fr/peir-pierre-gagnaire-tt
Von Gordes ist es nicht weit zur Abtei Senanque. Nach ca. 5 Kilometer steht man vor der wohl schönsten Klosterabtei Frankreichs. Das Kloster wurde 1148 gegründet und hat von seinem historischen Baukern nichts verloren. Bemerkenswert ist die schlichte und schmucklose Abteikirche, ein wahrer Kraftplatz auf dem man den Hauch der Geschichte Frankreichs atmet.
Auch zum Dorf Lacoste lohnt sich ein Ausflug. Diesen Ort kaufte der französische Modedesigner Pierre Cardin und durch die Partnerschaft mit einer US-Universität kann man in den Sommermonaten die Galerien amerikanischer Jungkünstler und Designer bewundern. Am oberen Ende von Lacoste thront das alte Schloss, der Herrschaftssitz des berühmten Marquis de Sade.
Wenn man von Lacoste ins benachbarte Bonnieux fährt, kommt man unweigerlich am Chateau Carnorgue vorbei. Nicht zuletzt als Haupt-Drehort für den eingangs erwähnten Film „Ein gutes Jahr“, ist es auch ein wirklich sehenswertes Weingut mit einer Auswahl an sehr schönen Weinen. Der Wein-Geheimtipp des Gutes ist die Cuvee: „Coin Perdu“. Anbei auch die Beschreibung zum Film, den Ihr Euch unbedingt vor einer Provence Reise ansehen solltet: https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_gutes_Jahr
Auch in Bonnieux aber Richtung Apt findet Ihr das Chateau de Mille, ein herrschaftlicher Sitz aus dem 13. Jahrhundert. Dem Avigneser Papst Clemens V diente diese Burg als Sommersitz. Die heutige Besitzerfamilie hat dieses Chateau gut erhalten und bietet auf dem dazugehörigen Weingut eine hervorragende Cuvee „Chateau de Mille“ aus dem Jahr 1998. Auch der 2006’er ist wirklich gut, doch sollte man diesen Jahrgang in Österreich dann doch ein wenig lagern lassen.
Von Bonnieux kommend ist es übrigens ein Katzensprung nach Lourmarin. Lourmarin würde ich an einem Freitag besuchen, dann findet dort am Vormittag der Wochenmarkt statt. Überhaupt sind die provenzalischen Märkte ein Ereignis für sich und nicht zuletzt Gilbert Becaud besang im Lied „Marche de Provence“ die Schönheit dieser Märkte. Daher sollte man sich bei den Ausflügen auch ein wenig an den Markttagen der jeweiligen Orte orientieren. Anbei ein Überblick:
http://www.provence.de/provence-entdecken/maerkte.html
Wen die Farben Van Gogh’s interessieren, kommt nicht umher auch Roussillon zu besuchen. Hier hatte der Ockerabbau seinen Ursprung. Das „rote Ockerdorf“ lädt zum Rundgang durch die Ockermassive – einfach sehenswert!
Wenn Ihr hingegen Antiquitäten mögt, dann fahrt am Sonntag Vormittag nach L’Isle sur la Sorgue. Hier findet Ihr den größten Antiquitätenmarkt Europas. Einerseits sind Trödlerstände aufgebaut, andererseits sind hochwertige Antiquitätengeschäfte über den gesamten Ort – hauptsächlich an der Hauptstraße – verteilt.
Und was wäre die Provence ohne Avignon? Zwei große Sehenswürdigkeiten sind für interessierte Provenceurlauber unerlässlich: der Papstpalast der Avigneser Päpste und Gegenpäpste und die Pont Avignon sind ein absolutes Muss! Und für alle Weinliebhaber unter Euch sind es wenige Kilometer von Avignon ins Chateauneuf du Pape. Diese Weinregion ist nach wie vor in der Lage in guten Jahren französische Spitzenweine auf den Markt zu bringen. Die meisten Weingüter sind im Gegensatz zum Bordeaux für Verkostungen zugänglich, ich empfehle hier eine Orientierung nach Parker-Punkten.
Natürlich ist neben Avignon auch Aix- en-Provence eine Stadt, die man wegen ihrem Flair nicht unbesucht lassen sollte! Was ich Euch aber wirklich empfehlen möchte ist ein Ausflug nach Le Baux. Mittelalterfreunde kommen bei dieser frei zugänglichen Burganlage ins Schwärmen. Für das Mittagessen lohnt es sich ins benachbarte Paradou zu fahren, genauer gesagt ins Bistrot du Paradou. Hier kann man nicht nur Jean Reno treffen, sondern auch Charles Azanavour ist gern gesehener Gast in diesem bemerkenswerten Lokal. Zwei weitere Restaurants im Luberon möchte ich Euch ans Herz legen:  Das „Le sanglier paresseux“ in Caseneuve und „La Bartavelle“ in Goult – hier isst man wie „Gott in Frankreich“.
Das wäre es fürs Erste mit den Tipps für eine Woche in der Provence. Die Art der Anreise überlasse ich Euch Alles Liebe Gerald

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