Entweder reformiert sich Europa oder der Brexit ist der Anfang vom Ende

Der Austritt des Vereinigten Königsreichs aus der Europäischen Union ist besiegelt. Zweifelsohne ist dies ein trauriger Tag für Europa und sicherlich auch für Großbritannien. Der sogenannte BREXIT ist aber sicherlich nicht dazu geeignet, die Briten für ihre demokratische Reife zu kritisieren. Ganz im Gegenteil: ich bin mit dem Ergebnis nicht zufrieden, freue mich aber, dass Menschen im Rahmen ihrer Demokratie die Möglichkeit gegeben wurde, zu entscheiden! Die Frage stellt sich doch viel eher, was die Bürger Großbritanniens dazu getrieben hat, nur den Ausstieg aus der EU als einzig wahre Überlebenschance ihrer Nation zu sehen. Es war doch der große Winston Churchill, der nach dem II. Weltkrieg das Bild der „Vereinigten Staaten von Europa“ gemeinsam mit Konrad Adenauer und Charles de Gaulle gezeichnet hat. Und gerade der Unterschied zwischen den heutigen politischen Eliten und den damaligen Gründervätern ist der Grund für den Ausgang des Referendums. Damals waren es weltkriegsgebeutelte Visionäre mit fester Bodenhaftung und Überzeugung, heute sind es reine hirnlose Verwalter mit dem Ziel des Erhalts ihrer Ämter. Die maßlose Selbstüberschätzung wurde in Europas Staatskanzleien zum Prinzip erhoben. Statt die großen Themen unseres Kontinents zu lösen, ergießt sich die Politik tagelang im Wälzen des Kleingeistes. Es gibt daher nur einen Weg für Europa und seine Mitgliedsstaaten: Entweder die europäische Gemeinschaft und ihre nationalstaatlichen Akteure reformieren sich personell und inhaltlich oder der Zerfall der EU ist nicht mehr aufzuhalten. Und mit Reform meine ich, dass wir Europäer eine bessere Führung als Schulz, Juncker, Tusk und Co verdient haben. In Zukunft sollten die Besten des jeweiligen Landes europäische Politik machen und nicht jene, welche auf ihren wohldotieren Altenteil nach Brüssel abgeschoben werden. In Zukunft sollen in Europas Parlamenten und Regierungen wieder die besten Kräfte eines Landes den Ton angeben und nicht jene, die es aufgrund der Parteiloyalität in ein Amt gerade noch geschafft haben. Die heutigen politischen Eliten hätten es vor 40 Jahren dank ihrer nicht vorhandenen Lebens- und Ausbildung nicht einmal in die Portiersloge ihrer jeweiligen Institutionen geschafft. Entweder Europa ändert sich radikal oder der Brexit war der radikale Beginn des schrecklichen Endes eines großartigen Friedensprojektes.

 

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