Fall Özil – Integration ist halt eine Frage der Bildung.

Herr Özil,
ich muss Sie um Verzeihung bitten. Zuerst dachte ich ja, Ihre Erdogan-Liebe entspringt einem großen und ausgegorenen politischen Plan, der Sie dazu veranlasst hätte, wenige Wochen vor der Wahl in der Türkei die große Werbetrommel für den anatolischen Zwergdespoten zur rühren. Mit Ihrem reuelosen Rücktritt aus dem Deutschen Nationalteam und der darauffolgenden billigen Erklärung unter dem Motto „alle anderen sind schuld“ zeigen Sie aber, dass es schlichtweg Dummheit war und ist. Nun galten Sie ja bisher schon nicht als intellektueller Leuchtturm des deutschen Fußballs, aber das nunmehr Gesagte schlägt dann doch dem Fass den Boden aus und zeigt, dass Bildung der Schlüssel zu einer gelungenen Integration ist.
Sie meinen doch tatsächlich, dass Sie aus Verbundenheit zu Ihren Vorfahren dieses Foto mit „Ihrem Präsidenten“ gemacht hätten, aus Respekt vor dem Amt und dem Volk. Wenn Sie nur das Wort „Respekt“ sinnerfassend verstehen würden, hätten Sie sich doch aus Respekt vor einer säkularen Türkei lieber vor dem Grabmonument von Kemal Atatürk fotografieren lassen. Dieser stand für die moderne, offene, erfolgreiche Türkei. Ihr kurioser Fotonachbar hingegen, dieser Fürst der Finsternis für ein Heer von Hirn- und Zahnlosen für das Mittelalter, für Extremismus, für Unterdrückung, für die politische Religion.
Sie meinen doch tatsächlich, Sie würden wieder mit dem Bosporus-Diktator posieren. Ich sage: nur zu! Und als kleine Lektion in Sachen Bildung ein gute altes Sprichwort: „Wer sich mit Hunden ins Bett legt, wacht mit Flöhen wieder auf.“ Und braucht sich darüber nicht zu wundern!

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