Herr Özil, Herr Gündogan! Entscheiden Sie sich, wo und wofür Sie stehen!

Herr Mesut Özil, Herr Ilkay Gündogan!
Ich gestehe demütig: ich kannte Sie nicht. Fußball regiert zwar die Welt, aber nicht meine bescheidene. Da sind mir die politischen Gefilde und deren Fallstricke schon bedeutend näher. Aber nun zu Ihnen. Sie wurden beide in Deutschland geboren, in Gelsenkirchen. Jetzt ist dieser Ort im Ruhrgebiet sicher nicht die Krone der Schöpfung, aber zumindest Ihre liebgewonnene Heimat. Dachte ich bisher. Dieser Ort, dieses Land Deutschland gab Ihnen viel. Bildung, Sicherheit, Geborgenheit, Werte, Sport, Ehrgeiz, Karrierechancen. Jetzt sind Sie 30 bzw. 28 Jahre alt. Und was geben Sie Ihrer vermeintlichen Heimat zurück: einen Tritt in den Allerwertesten, zutiefst charakterlos. Bei erstbester Gelegenheit unterwerfen Sie sich medienwirksam einem Despoten, der für das genaue Gegenteil dessen steht, wofür die Deutschen, wofür wir Europäer Jahrhunderte lang gekämpft haben. In großer demütiger Geste bezeichnen Sie den Sultan vom Bosporus als „ihren Präsidenten“.
Herr Özil, Herr Gündogan: Es gibt im Leben eine Zeit, in der man sich entscheiden muss, wo und wofür man steht:
Steht man auf der Seite der Demokratie oder der Diktatur. Steht man auf der Seite des Rechtsstaates oder des Gottesstaates. Steht man auf der Seite der Meinungsfreiheit oder der Unterdrückung. Steht man auf der Seites des Friedens oder der Gewalt. Steht man im 21. Jahrhundert oder steckt man im Mittelalter fest. Steht man auf der Seite des Lichts oder huldigt man einen Fürsten der Dunkelheit. Damit Sie es besser verstehen: Steht man aufrecht oder unterwirft man sich! Hat man ein Rückgrat oder einen Gartenschlauch!
Jetzt ist für Sie die Zeit gekommen zu entscheiden, wo Sie stehen.
Leider glaube ich nicht, dass ich bei Ihnen große philosophische Gedanken ausgelöst habe und auch mein Appell an Ihre Wertehaltung – sofern vorhanden – wird verhallen. Daher für Sie profaner ausgedrückt: Eine Hand, die einen fütterte, beißt man nicht. Sofern Sie sich geistig und gesellschaftlich der Türkei aber näher fühlen, sollten Sie wenigstens in diesem Fall konsequent sein und ins Paradies Ihres Diktators ziehen!

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