NS-Gedenken: Herr Köhlmaier, schämen Sie sich!

Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass mit Blick auf die geschundenen Leiber das unsagbare Leid von Juden als Argument für die Massenzuwanderung von Antisemiten dient. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass mit Blick auf die Ascheberge des Grauens, das Gedenken an die Gräuel des Holocaust durch parteipolitische Agitation, durch ganz niedrige Instinkte, so dramatisch entweiht wird. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass im Wissen um das monströse Leid, die Opfer des Bösen schlichtweg missbraucht werden. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass vernunftbegabte Menschen jegliche Empathie vermissen lassen und vor der Majestät des Todes ihr billiges politisches Tagesgeschäft vollziehen. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass am Ort der Offenbarung des Bösen, im KZ Mauthausen, parteipolitische Reden von roten Gewerkschaftern gehalten werden, die ihre so verantwortungsvolle Funktion dazu missbrauchen, um bessere 1. Mai Reden zu halten. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass der Terror des Nationalsozialismus durch sogenannte „Gedenkreden“ am Altar der ideologischen Auseinandersetzung verniedlicht wird.
Herr Köhlmaier, Herr Mernyi, erwarten Sie sich nicht von mir, dass ich mich dumm stelle. Erwarten Sie nicht von mir, dass ich dieses unwürdige Schauspiel nicht durchschauen würde. Man braucht weder große noch lange Sätze dafür, um diese Farce als weiteres Verbrechen gegenüber jenen zu entlarven, die bereits ihr Leben gegeben haben. Schämen Sie sich!

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