Warum ich diesmal bei der Bundespräsidentenwahl meine Stimme abgeben werde und Norbert Hofer wähle!

Grundsätzlich halte ich ja das Amt des Bundespräsidenten für verzichtbar, zumal allein die präsidiale Infrastruktur dazu regelrecht einlädt, im Amt „den guten alten Ersatzmonarchen“ zu sehen. Außerdem wurde dieses Amt doch die letzten Jahre als politisches Ausgedinge für verdiente Parteigänger missbraucht, welche sich selbst auf die Rolle des bestbezahltesten „Grüßaugust“ der Republik reduziert haben. Doch diesmal ist vieles anders: Noch nie in der Geschichte der II. Republik war die Chance so hoch, einen aktiven Bundespräsidenten wählen zu können, der in der Lage und im Stande ist, der Regierung bei möglichen Fehlentwicklungen „in die Parade zu fahren“.
Eine durchaus interessante Kandidatin wäre ja die ehemalige OGH-Präsidentin Irmgard Griss gewesen. Einige Äußerungen der vergangenen Wochen lassen mich aber an der politischen Kompetenz der auf den ersten Blick durchaus seriös erscheinenden Frau Dr. Griss zweifeln. Exemplarisch nenne ich:

1. Eine Beamtenpension in der Höhe von 9.000 Euro als „durchschnittlich“ anzusehen, halte ich angesichts der durchschnittlichen Frauenpension in Österreich für ein verheerendes Signal einer Person, die sich für das oberste Amt in unserem Staate bewirbt. Es zeugt für mich nicht von der nötigen Bodenhaftung, die man für ein solches Amt durchaus mitbringen muss, zumal die Funktion des Bundespräsidenten ja regelrecht dazu einlädt, abgehoben zu agieren.

2. Für Wahlkampfauftritte im Rahmen einer demokratischen Auseinandersetzung Honorare zu verlangen, ist in der Geschichte der zweiten Republik und deren Wahlgänge einzigartig. Es ist die verdammte Pflicht von Kandidatinnen und Kandidaten, sich der demokratiepolitischen Auseinandersetzung zu stellen. Das zu erwartende Gehalt eines Bundespräsidenten sollte Schmerzensgeld genug sein.

3. Als Bundespräsidentin zurücktreten zu wollen und eine Staatskrise auszulösen, wenn Nationalratsergebnisse nicht oportun sind, halte ich für demokratiepolitisch brandgefährlich. Gerade der Bundespräsident sollte einer Staatskrise entgegenwirken und nicht einen Staatsnotstand auslösen!
Ich habe mich daher in den letzten Wochen mit den Auftritten und Äußerungen des III. Nationalratspräsidenten Ing. Nobert Hofer intensiv auseinandergesetzt und ich muss nun gestehen: Norbert Hofer habe ich in meiner Zeit im Nationalrat als ruhigen, überlegten und besonnenen Sachpolitiker kennengelernt. Er ist durchaus in der Lage, politische Fehlentwicklungen beim Namen und zu nennen und vernünftige Vorschläge zu formulieren. Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich nach 11 Jahren erstmals wieder einem FPÖ-Kandidaten meine Stimme geben werde. Ich sage aber klar und deutlich: Ich wähle Hofer nicht weil er FPÖ-Kandidat ist sondern mich seine bisherige Haltung überzeugt hat!

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