Wie Strache dem russischen Bären einen sogenannten Bärendienst erwiesen hat!

Es ist gut und sinnvoll, dass österreichische Politiker auf allen Ebenen gegen die Russland-Sanktionen der EU mobil machen. Die Annexion der Krim durch Russland war von Anbeginn an durch die USA bzw. die NATO provoziert, die Europäische Union erwies sich mit ihren Drohungen und Sanktionen gegenüber der russischen Regierung schlussendlich als nützlicher Idiot der Amerikaner. Diese außenpolitische Irrfahrt hat uns außer einem immensen wirtschaftlichen und diplomatischen Schaden nichts gebracht! Und richtig, auch der ehemalige österreichische Bundespräsident Heinz Fischer war dieser Ansicht und hat dies – für ihn übrigens ungewöhnlich  – in aller Deutlichkeit auch kund getan. Ja, man kann Russland kritisieren und man soll es auch tun, unabhängig davon, ob sich der große russische Bär hiervon beeindrucken lässt oder nicht. Die demokratische Situation, die Menschenrechte, das Recht der freien Rede, die Rechte von Minderheiten oder der Schutz von unabhängigen Journalisten  – ja in Russland läuft vieles nicht optimal um nicht zu sagen auch in eine gänzlich falsche Richtung. Dennoch waren, sind und werden Sanktionen der falsche Weg bleiben, zumal die USA es in den letzten Monaten recht gut verstanden haben, ihren Handel mit Russland wieder aufblühen zu lassen. Wer sitzt nun zwischen den Stühlen? Exakt, wir Europäer sind es! Zudem hat sich Russland auch im Syrien-Konflikt als der effektiverer Partner gegen den Islamischen Staat erwiesen, währenddessen die USA noch immer nicht wissen, welchen Weg sie gehen sollen.
Und wenn es nicht nach billiger Anbiederung aussehen würde, wäre auch an einer Reise der FPÖ-Politiker nach Moskau grundsätzlich nichts auszusetzen. Ganz im Gegenteil: Hier hätten die FPÖ-Politiker Strache und Vilimsky eindeutig die Sanktionen gegen Russland kritisieren können um im gleichen Atemzug auch auf die innenpolitische Situation dieser Weltmacht hinzuweisen und damit ihrer Kritik an der EU auch von objektiver Seite mehr Gewicht verliehen. Man kann den russischen Bären achten und respektieren ohne sich ihm gleich an den Hals zu werfen, auch im Interesse der Regierung Putin. Es wäre der bessere Weg gewesen, wenn diese FP-Delegation mit der nötigen Äquidistanz vorgegangen wäre. Was bleibt aber: eine Schleimspur von Wien bis vor den Kreml – undifferenziert und anbiedernd. Das ist aber genau jener Charakterzug, den Russen im Innersten ihres Herzens eigentlich verachten.  Hier hat die FPÖ leider eine Chance vertan, im Interesse einer vernünftigen europäischen Außenpolitik tätig zu werden. Aber offensichtlich waren ihnen ein Selfie und die kurzfristige Berichterstattung lieber, als ein nachhaltiger außenpolitischer Erfolg.
Und ja, das wäre Jörg Haider nicht passiert!

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