Zur Amokfahrt in Graz am 20.06.2015

An ein normales Leben in Graz ist derzeit nicht zu denken, die Menschen unserer Stadt sind paralysiert. Ich habe dieses Unglück gottseidank nicht miterlebt, das Schicksal führte uns wenige Minuten vorher über den Hauptplatz in die Sporgasse. Dennoch lassen mich die Bilder nicht los, diese schreckliche Tragödie geht mir nicht aus dem Kopf. Und ich frage mich, wie der Vater des getöteten Valentin diesen Schmerz jemals in seinem Leben verarbeiten wird. Und ich frage mich, wie die Passanten dieses Tages das Gesehene und Geschehene jemals verarbeiten werden. Unbedarfte Passanten, die einen wunderschönen Samstag in unserer Stadt genießen wollten und zu Zeugen des Grauens wurden. Auch drei Tage nach dieser Tat schnürt es einem die Kehle zu, wenn man durch die Herrengasse geht, wenn man die Bodenmarkierungen sieht und sich vergegenwertigt, dass an diesen Stellen Menschen schwer verletzt oder getötet wurden. Ich frage mich, wie es die Mitglieder der Einsatzorganisationen jemals verarbeiten können, an einem Katastrophensschauplatz geholfen zu haben. Ich wünsche allen Beteiligten dieses Dramas, das Geschehene verarbeiten zu können. Ich wünsche ihnen, dass sie am Ende des dunklen Tunnels auch wieder Licht sehen können. Ich wünsche den Trauernden ein Netz der Geborgenheit und das Bewusstsein, dass ganz Graz ihre Trauer teilt.

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